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Stadt der 1000 Brücken - Amsterdam oder Venedig?

Die Wasserstadt Venedig ist eine eigene Welt, sagenumwoben und unvergleichlich. Ihre besondere Lage mitten in der Lagune, ihre wasserumspülten Marmorpaläste an den Kanälen und die vielen Brücken dazwischen prägen das Stadtbild und schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Aber auch wenn die Rialtobrücke in Venedig zu den meistfotografierten Brücken der Welt gehört, gibt es in Amsterdam mehr als doppelt so viele Brücken wie in Venedig.

Die Lagunenstadt Venedig ist wegen ihrer besonderen Bauweise und ihrer zahlreichen Brücken berühmt. Bis heute sind viele Leute der Meinung, dass Venedig auf Pfählen im Wasser steht und man theoretisch unter den Häusern durchtauchen könnte. Tatsächlich sind Venedigs Gebäude auf Pfählen gebaut, aber nicht auf dem Wasser, sondern auf dem schlammigen Untergrund der sumpfigen Laguneninseln. Weil die meisten Gebäude und Paläste unmittelbar ans Wasser grenzen, entsteht aber der Eindruck, als wäre die Stadt aus dem Wasser gewachsen.

Die ersten Bewohner stabilisierten ihre Häuser auf den kleinen Inseln der Lagune mit Holzpfählen und verbanden sie mit Brücken. Heute umfasst das Stadtgebiet von Venedig etwa acht Quadratkilometer mit 150 Kanälen und mehr als 400 Brücken, tausenden kleiner Gässchen und knapp 100 Plätzen.

Als „Stadt auf dem Wasser“ gilt Venedig aber nicht nur wegen seiner besonderen Lage mitten in der Lagune, sondern auch, weil es im Stadtgebiet keine Autos gibt. Die Kanäle sind die Verkehrsadern der Stadt, auf denen zahlreiche Wassertaxis, Gondeln und Ausflugsschiffe unterwegs sind. Besonders zur Zeit des „Aqua alta“ ist das Wasser in Venedig allgegenwärtig. Mehrmals im Jahr wird die Stadt vom Adriahochwasser überschwemmt, auf vielen Plätzen steht das Wasser dann kniehoch. Die Venezianer haben über die Jahrhunderte gelernt, mit dem Hochwasser umzugehen, schnell werden Holzstege aufgebaut, auf denen die Fußgänger trocken unterwegs sein können.

Nur Wenige wissen, dass Amsterdam auf die gleiche Weise gebaut ist wie Venedig. Auf dem weichen Torfboden der Gegend entstand die Stadt zunächst aus leichten Holzhäusern, die zwar stabil waren, aber immer wieder Großbränden zum Opfer fielen. Die schwereren Ziegelhäuser mussten auf Fundamenten aus langen Holzpfählen errichtet werden, der Palast auf dem Dam steht beispielsweise auf fast 14.000 Pfählen. Heute verwendet man allerdings kein Holz mehr zur Stabilisierung neuer Gebäude, sondern Betonpfähle, die bis zu 60 Meter tief in den Boden gerammt werden.

Amsterdam ist die wasserreichste Stadt Europas. 160 Grachten und viele kleinere Kanäle teilen die Stadt in 90 kleine Inseln, die durch rund 1000 Brücken miteinander verbunden sind. Deshalb trägt Amsterdam zu Recht den Titel „Venedig des Ostens“.

In Amsterdam sind zwar auch Autos und Busse unterwegs – einige Grachten wurden zur Erweiterung des Straßennetzes zugeschüttet – trotzdem ist das Wasser das beherrschende Element der Stadt. Wer zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs ist, nimmt die vielen Brücken, Ausflugsschiffe und Hausboote ganz unmittelbar wahr.

Die meisten Brücken in Europa hat übrigens Hamburg mit mehr als 2500!

Tipp - Ausführliche Informationen zu Venedig, Amsterdam und vielen weiteren Städten gibt’s im Online Reiseführer www.staedte-reisen.de.

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